Welliges, unebenes Papier oder plötzlich entstehende Wasserpfützen auf dem Aquarellpapier – wer kennt das nicht? Gerade beim Aquarellieren mit viel Wasser kann sich das Papier verformen und die Farbe sammelt sich dort, wo sie eigentlich nicht hin soll. Die gute Nachricht: Mit der richtigen Vorbereitung lässt sich dieses Problem weitgehend vermeiden.
In diesem Blog zeigen wir dir Schritt für Schritt, wie du dein Aquarellpapier richtig aufspannst. So schaffst du eine stabile, ebene Malfläche und kannst dich ganz auf dein Aquarell konzentrieren.
Aquarellmalerei arbeitet mit viel Wasser. Genau das macht die Technik so faszinierend, stellt aber auch besondere Anforderungen an das Papier. Wird ein Papier stark durchfeuchtet, nimmt es Wasser auf, dehnt sich aus und kann sich anschließend beim Trocknen wieder zusammenziehen. Dadurch entstehen Wellen und Unebenheiten.
Auf einer gewellten Oberfläche kann sich das Wasser in kleinen Vertiefungen sammeln. Die Pigmente verteilen sich dadurch ungleichmäßig und es können unerwünschte Ränder oder Wasserpfützen entstehen.
Durch das Aufspannen wird das Papier an allen Seiten auf einer festen Unterlage fixiert. Beim Trocknen kann es sich dadurch weniger verziehen und bleibt möglichst eben – eine ideale Grundlage für die Aquarellmalerei.
Aquarellpapier gibt es in unterschiedlichen Oberflächen und Papierstärken. Welche Variante die richtige ist, hängt vor allem von deinem Malstil und der verwendeten Wassermenge ab.
Generell gilt: Je nasser du arbeiten möchtest, desto stärker sollte dein Papier sein. Ein höheres Papiergewicht sorgt in der Regel für mehr Stabilität und reduziert das Wellen. Besonders gut für sehr nasse Maltechniken eignet sich hochwertiges Baumwollpapier. Es nimmt viel Wasser auf, bleibt dabei stabil und neigt weniger schnell zum Aufrauen.
Eine große Auswahl an Aquarellpapier in verschiedenen Papierstärken und Oberflächen findest du bei Van Beek.
Bevor du loslegst, solltest du alle benötigten Materialien bereitlegen:
Für das Aufspannen eignet sich spezielles Nassklebeband
Extra-Tipp: Bei besonders großen Papierbögen lohnt es sich, eine zweite Person um Hilfe zu bitten. Ein großes, nasses Blatt lässt sich deutlich einfacher zu zweit auf das Brett legen und befestigen.
Das Aufspannen selbst ist nicht kompliziert. Entscheidend sind vor allem die richtige Wassermenge, ein sauberes Arbeiten und ausreichend Zeit zum Trocknen.
Wie stark du das Papier anfeuchten musst, hängt von der Papierart und insbesondere von der Papierstärke ab. Leichtere Papiere sollten nur gleichmäßig angefeuchtet werden. Bei kräftigerem Aquarellpapier kann es sinnvoll sein, den Bogen gründlicher zu wässern.
Verwendest du beispielsweise ein robustes, grobes Aquarellpapier wie das Arches Aquarellpapier 300 g/m² Torchon, kannst du den Bogen für etwa 10 bis 15 Minuten in einer Wanne oder einem ausreichend großen Gefäß wässern.
Anschließend lässt du das überschüssige Wasser abtropfen. Das Papier sollte gut durchfeuchtet sein, aber nicht mehr stark tropfen. Ein praktischer Richtwert: Warte, bis nur noch gelegentlich ein einzelner Tropfen vom Papier läuft.
Lege das feuchte Papier vorsichtig und möglichst glatt auf dein vorbereitetes Malbrett. Streiche es bei Bedarf sanft mit dem sauberen Schwamm oder der flachen Hand glatt, damit keine größeren Luftblasen oder Falten unter dem Papier bleiben.
Das Brett sollte eine feste, ebene und leicht saugfähige Oberfläche besitzen. Unlackiertes MDF eignet sich beispielsweise gut als Untergrund.
Jetzt wird das feuchte Papier mit Nassklebeband am Brett befestigt. Das spezielle Klebeband besitzt eine wasseraktivierbare Klebeschicht. Befeuchte die Klebeseite gleichmäßig und befestige damit zunächst eine Seite des Papiers. Anschließend folgen die gegenüberliegende Seite und danach die beiden übrigen Seiten.
Achte darauf, dass das Klebeband sowohl auf dem Papier als auch auf dem Brett gut haftet. Die Ecken sollten ebenfalls sicher befestigt sein.
Das Nassklebeband erfüllt dabei gleich zwei Aufgaben: Es hält das Papier während des Trocknens in Position und bildet gleichzeitig den charakteristischen weißen Rand eines aufgespannten Aquarells.
Jetzt heißt es Geduld haben. Das aufgespannte Papier muss vollständig trocknen, bevor du mit dem Malen beginnst. Nur wenn der Kleber des Nassklebebands richtig getrocknet ist, kann er das Papier während des Malens zuverlässig auf dem Brett halten.
Wie lange das dauert, hängt unter anderem von der Papierstärke, der Wassermenge und der Umgebungstemperatur ab. Lass das Papier lieber etwas länger trocknen, bevor du mit dem Malen beginnst.
Beim Aquarellieren kommen verschiedene Klebebänder zum Einsatz. Welches du brauchst, hängt davon ab, was du damit machen möchtest.
Nassklebeband wird verwendet, um Aquarellpapier auf einem Malbrett aufzuspannen. Die wasseraktivierbare Klebeschicht sorgt für eine feste Verbindung zwischen Papier und Untergrund. Bei Van Beek findest du beispielsweise braunes Nassklebeband sowie weißes Nassklebeband.
Masking Tape eignet sich dagegen vor allem dazu, einzelne Bereiche innerhalb des Bildes abzukleben und vor Farbe zu schützen. So lassen sich beispielsweise klare Linien, geometrische Formen oder weiße Flächen gestalten.
Für besonders präzise Arbeiten eignet sich beispielsweise das Nippon Gold Aquarell Tape. Eine weitere Möglichkeit ist das Hahnemühle Washi Masking Tape, das sich ebenfalls zum sauberen Abkleben von Bereichen deines Aquarells eignet.
Der wichtigste Unterschied ist also schnell erklärt: Möchtest du das komplette Papier auf einem Brett befestigen, greifst du zum Nassklebeband. Möchtest du einzelne Bereiche deines Motivs schützen oder scharfe Kanten gestalten, ist Masking Tape die passende Wahl.
Ist dein Aquarell vollständig fertig und getrocknet, kannst du es aus dem aufgespannten Bereich vorsichtig vom Brett lösen. Schneide dafür das Papier entlang der Innenseite des Nassklebebands mit einem geeigneten Schneidewerkzeug durch.
Theoretisch lässt sich das Nassklebeband auch wieder vom Brett lösen. Dafür müsste die Klebeschicht erneut angefeuchtet werden. Dabei besteht allerdings die Gefahr, dass auch das Papier wieder Feuchtigkeit aufnimmt und sich verzieht. Deshalb ist das Herausschneiden des fertigen Bildes in der Regel die unkompliziertere Variante.
Das richtige Aufspannen von Aquarellpapier erfordert ein wenig Übung. Vor allem die passende Wassermenge und das richtige Timing sind am Anfang nicht immer leicht einzuschätzen. Nach einigen Versuchen bekommt man jedoch schnell ein Gefühl dafür.
Wenn du dir diesen Arbeitsschritt sparen möchtest, gibt es eine praktische Alternative: Aquarellpapier ist auch als Block erhältlich. Bei diesen Blöcken sind die einzelnen Papierbögen an den Seiten miteinander verleimt. Dadurch bleibt das Papier beim Malen stabil und muss nicht vorab auf einem Brett aufgespannt werden.
Vor allem für kleinere und mittlere Formate sind verleimte Aquarellblöcke eine praktische Lösung. Wenn du auf größeren Bögen arbeiten möchtest oder sehr nass malst, kann das Aufspannen des Papiers jedoch weiterhin eine sinnvolle Methode sein.
Tauche ein in die faszinierende Welt der Aquarellmalerei und entdecke bei Van Beek Art Supplies alles, was du für dein nächstes Kunstwerk brauchst. Von hochwertigen Aquarellfarben und praktischen Aquarellsets über passende Aquarellpinsel bis hin zu hochwertigem Aquarellpapier.
Für besondere Effekte findest du außerdem praktische Spritzsiebe und Aquarellschwämme. So kannst du direkt mit der richtigen Vorbereitung loslegen und deine Ideen aufs Papier bringen.
Materialien
01 October 2023
Papier als Malgrund für Aquarellmalerei: Alles, was du wissen musst!
Papier ist der bedeutendste Malgrund für Aquarellmalerei. Die meisten Künstler wählen Papier als Malgrund für Aquarellfarben. Historisch hat sich sogar eine besondere Art von Papier entwickelt: Das Aquarellpapier.